Deutsche Gesellschaft für
Musikpsychologie e.V.

Organisation: Prof. Dr. Holger Schramm und Ann-Kristin Herget, M.A.

Datum: 4.–6. September 2020

Tagungsort wird noch bekanntgegeben

Die 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie e.V. findet 2020 in Würzburg statt. Im Fokus der Tagung wird „Die Psychologie der populären Musik“ stehen. Populäre Musik soll dabei nicht nur auf Popmusik beschränkt sein, sondern jegliche Form von Musik umfassen, die in bestimmten Zielgruppen Popularität genießt – also auch etwa Hiphop, Heavy Metal, Schlager, volkstümliche Musik oder Film- und Serienmusik. Um den Forschungsgegenstand möglichst in all seinen Dimensionen darzu-stellen, sind Einreichungen aus unterschiedlichsten psychologischen Perspektiven erwünscht. Denkbar wären beispielsweise emotionspsychologische, sozial- und entwicklungspsychologische, medienpsychologische, psychoakustische, pädagogisch-psychologische bis hin zu psychotherapeutischen Fragestellungen, die das Spektrum populärer Musik unter ganz verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Wie immer sind auch freie Beiträge aus anderen Themengebieten willkommen. Um möglichst vielen Vorträgen Raum zu geben, wird auf Keynotes bei der 36. Jahrestagung in Würzburg verzichtet werden.

Einreichen von Beiträgen

Beiträge zur Präsentation können zum Tagungsthema oder als freie Beiträge eingereicht werden. Die als wissenschaftlich gleichwertig betrachteten Präsentationsformen sind Vortrag (20 Min.) oder Poster. Die Einreichung eines Abstracts muss bis zum 3. Mai 2020 über das Webformular der DGM erfolgen (http://jahrestagung.musikpsychologie.de). Dort finden sich auch alle weiteren Informationen. In den Beiträgen muss die Fragestellung klar erkennbar sein sowie Methodik und Ergebnisse in verständlicher Weise dargestellt werden. Nach anonymer Begutachtung der Einreichungen erfolgt zum 3. Juni 2020 eine Mitteilung über die Aufnahme eines Beitrags in das Tagungsprogramm. Bei zu großer Zahl positiv begutachteter Vorträge werden in Rücksprache mit den Autoren und Autorinnen einige Einreichungen als Poster angenommen. Bis zum 3. Juli 2020 sollen dann ergänzte und aktualisierte elektronische Fassungen der Abstracts (max. 500 Wörter) in druckreifer deutscher oder englischer Sprache zur Veröffentlichung im Tagungsreader eingereicht werden (Template wird zur Verfügung gestellt). Zu spät eintreffende oder den formalen Vorgaben nicht entsprechende Einreichungen können leider nicht veröffentlicht werden.

Call for Papers als PDF

Vorgaben zu Vorträgen und Postern

Vorträge:

Die Redezeit für Vorträge beträgt 20 Minuten plus 10 Minuten für Diskussion und Wechsel zum nächsten Vortrag. Vorträge können mit dem eigenen Laptop gehalten werden, stellen Sie sicher, dass ein HDMI-Anschluss vorhanden und und bringen Sie gegebenenfalls geeignete Adapter für Ihr Gerät mit. Falls Sie nicht mit eigenem Gerät arbeiten, bringen Sie die Präsentation bitte als PowerPoint-Datei oder PDF auf einem USB-Stick mit.

Poster:

Poster sollen im A0-Format (Hochformat) sein, die Stellwände werden entsprechend gekennzeichnet, damit Sie Ihre Fläche leicht finden. Poster sind jeweils den ganzen Tag ausgestellt, die eigentliche Postersession dauert eine Stunde.

Downloads & Links | Material zur Tagung

Wenn Sie für Ihren Vortrag oder Ihr Poster ein Logo der DGM oder der JMU Würzburg benötigen oder nach anderen tagungsbezogenen Downloads suchen, werden Sie in dieser Sektion fündig. Auch die Materialien zur DoktorandInnen-Workshop werden hier zur Verfügung gestellt.


Archiv der DGM Jahrestagungen (1985–2019)

Das Tagungs-Archiv befindet sich derzeit noch im Aufbau!

2019 | 35. Jahrestagung | "Kognitive Musikpsychologie" | Eichstätt

Organisation: Prof. Dr. Kathrin Schlemmer

Datum und Ort: 6.–8. September 2019, Institut für Musikwissenschaft der KU-Eichstätt-Ingolstadt

Die 35. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie fand von 6. bis 7. September 2019 im Institut für Musikwissenschaft der KU-Eichstätt-Ingolstadt unter dem Thema "Kognitive Musikpsychologie" statt.

Tagung 2019, Eichstätt
2018 | 34. Jahrestagung | "Musik im audiovisuellen Kontext" | Gießen

Organisation: Prof. Dr. Claudia Bullerjahn

Datum und Ort: 7.–9. September 2018, Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Justus-Liebig-Universität

Die 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie fand von 7. bis 9. September 2018 im Institut für Musikwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen unter dem Thema "Musik im audiovisuellen Kontext" statt. Bereits am Vortag konnte mit einem gut besuchten DoktorandInnen-Workshop (organisiert von Daniel Müllensiefen) ein erfolgreicher Auftakt zur Tagung gesetzt werden. Als Rahmenprogramm wurden eine Experimentalvorlesung im Liebig-Museum sowie eine Führung durch Liebigs Laborräume geboten. In Themenblöcken mit Vorträgen sowie zwei Poster-Sessions wurden empirische Forschungsbeiträge aus den Bereichen Filmmusik, Musikfilm, Werbung und Videospiel vorgestellt, die das Wechselspiel zwischen auditiven und visuellen Elementen mit unterschiedlichen quantitativen oder qualitativen methodischen Herangehensweisen untersuchen, aber auch etliche freie Beiträge zu unterschiedlichsten Themen. Mark Grimshaw-Aagaard (Aalborg Universitet) und Tom Schneller (School of Music Ithaca) bereicherten die Tagung mit spannenden Keynote-Vorträgen.

Tagung 2018, Gießen
2017 | 33. Jahrestagung | "Musik und Bewegung" | Hamburg

Organisation: Prof. Dr. Clemens Wöllner

Datum und Ort: 15.-17. September 2017, Insitut für Systematische Musikwissenschaft der Universität Hamburg

Derzeit keine weiteren Informationen verfügbar.

2016 | 32. Jahrestagung | "Akustik und Musikalische Hörwahrnehmung" | Wien

Organisation: Prof. Dr. Christoph Reuter

Datum und Ort: 9.-11. September 2016, Campus der Universität Wien

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2015 | 31. Jahrestagung | "Musik und Wohlbefinden" | Oldenburg

Organisation: Prof. Dr. Gunter Kreutz

Datum und Ort: 11.-13. September 2015, Institut für Musik der Carl von Ossietzky Universität

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2014 | 30. Jahrestagung | "Angewandte Musikpsychologie" | Erlangen

Organisation: Dr. Frederik Nagel

Datum und Ort: 12.-14. September 2014, Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen

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2013 | 29. Jahrestagung | "Musik und Familie" | Frankfurt

Organisation: Prof. Dr. Maria Spychiger

Datum und Ort: 06.-08. September 2013, Institut für Musikpädagogik der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

Derzeit keine weiteren Informationen verfügbar.

2012 | 28. Jahrestagung | "Musik – Psychologie – Pädagogik" | Bremen

Organisation: Prof. Dr. Veronika Busch und Prof. Dr. Clemens Wöllner

Datum und Ort: 28.-30. September 2012, Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Bremen

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2011 | 27. Jahrestagung | "Musik und Gesundheit" | Osnabrück

Organisation: Prof. Dr. Christoph Louven und Dr. Franziska Olbertz

Datum und Ort: 09.-11. September 2011, Fachgebiet Musik und Musikwissenschaft der Universität Osnabrück

Die Deutsche Gesellschaft für Musikpsychologie traf sich in diesem Jahr vom 09.-11.09.2011 im frisch renovierten Schloss der Osnabrücker Universität, um sich dem Tagungsthema "Musik und Gesundheit" zu widmen. Zu diesem Anlass trafen sich Interessierte und Aktive u. a. aus den Disziplinen Musikermedizin, Musiktherapie und Musikphysiotherapie. Aus verschiedenen Perspektiven diskutierten sie die Relevanz des Tagungsthemas.

Schnell wurde deutlich, dass bei professionellen Musikern ein starker Bedarf an gesundheitlicher Versorgung vorherrscht. So berichteten Heiner Gembris & Andreas Heye in ihrem Vortrag, dass aktuell etwa 55 % von 2.536 befragten Orchestermusikern an körperlichen Beschwerden leiden, die sie beim Musizieren beeinträchtigen. Dieser Befund wurde von Seiten der neu eingerichteten physiotherapeutischen Musikersprechstunde (INAP/O, Hochschule Osnabrück) bekräftigt. Sehr häufig wird die Sprechstunde von Musikern mit Erkrankungen des muskuloskeletalen Systems und Beschwerden im Schulter-Nacken-Bereich aufgesucht. Auch wenn spezifische Musiker-Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten ein wesentliches Forschungsfeld ausmachen, sind sich die Referierenden und Teilnehmenden in einem Punkt jedoch einig: es geht nicht mehr nur um das Aufdecken und Lindern von Erkrankungen, sondern vor allem um die gezielte Prävention. Im Sinne des medizinisch geprägten Ausdrucks Salutogenese1 oder dem des psychologischen Begriffs Positive Psychology Movement2, sollen verstärkt Ressourcen entdeckt bzw. geweckt und sinnvoll eingesetzt werden.

"Musik und Wohlbefinden" war die zentrale Botschaft der Keynote von Gunter Kreutz (Oldenburg). Neben innovativen Ansätzen, wie z.B. der Messung der Wirkung von Musik auf physiologische Reaktionen (z. B. Hormonspiegel) beim Tanzen, berichtete Kreutz von Grundlagenforschungen aus den Bereichen Singen und Prophylaxe, sowie Singen und positive Affekte. Der damit verfolgte Ansatz einer musikalischen Salutogenese bezieht sich allerdings auf einen nicht-pharmakologischen Bereich, außerhalb von klinischen Zusammenhängen. Zielgruppe ist nicht mehr nur der professionelle Musiker, sondern der musikalische Laie und dessen Möglichkeit zum Herstellen von Wohlbefinden und Gesundheit. Diskutiert wurde hierbei die problematische Situation, die sich aufgrund des Anspruchs an eine langfristige Nachweisbarkeit musikalischer Wirkung ergibt. Nachfolgende Forschungsarbeiten werden zeigen, in wie fern sich für die Wirkung von Musik als Mittel zur Förderung von Wohlbefinden auch objektive Nachweise finden lassen, die einem Vergleich mit der evidenzbaiserten Medizin standhalten.

Wie der Keynote Claudia Spahns (Freiburg) zu entnehmen war, lässt sich das Fachgebiet Musik & Medizin in zwei Bereiche unterteilen: die Musikermedizin (Prävention, Diagnostik und Therapie von Musikern) und die Musikmedizin (Musik als Therapeutikum). Interessant war jedoch zu sehen, wie beide Perspektiven in Kombination mit universitärer Lehre an den musikphysiologischen Instituten zusammenkommen. Dieses wurde am Beispiel eines Auftrittstrainings verdeutlicht: im Rahmen einer Mentorenausbildung werden positive Erfahrungen im Umgang mit Lampenfieber vermittelt. Die Grenzen von Medizin, Psychologie und Pädagogik verschwimmen hier und bereichern sich gegenseitig. Die Keynote gab Einblicke in die Arbeit der mittlerweile sechs deutschen Institute für Musikermedizin (Hannover, Berlin, Freiburg, Dresden, Detmold, Köln) sowie in spezielle Projekte des Instituts in Freiburg. Beeindruckend wirkte besonders die Aufnahme eines Trompeters, dessen Spielen im fMRT aufgezeichnet wurde. Auf diese anschauliche Weise versucht man in der Freiburger Musikermedizin, mehr über die spielbegleitenden muskulären Aktivitäten im Kopf- und Halsbereich zu erfahren.

Die Musikmedizin beschäftigt sich vor allem mit der heilenden Wirkung von Musik im klinischen Kontext. Einige Poster machten auf die mannigfaltigen Einsatz- und Forschungsgebiete aufmerksam: Musikrezeption im psychiatrischen Kontext und bei Persönlichkeitsstörungen, bei der Behandlung von Tinnituserkrankungen oder bei Wachkomapatienten. Ein interessanter Beitrag dazu war von Jörg Fachner zu hören, der von seinem neurowissenschaftlichen Forschungsprojekt aus Finnland (Jyväskylä) berichtete. Sein Labor untersucht Effekte von Musiktherapie bei depressiven Patienten. Es konnten höhere Aktivitäten in den mit Depressionserkrankungen zusammenhängenden relevanten Hirnarealen festgestellt werden. Dies lässt darauf schließen, dass infolge der Musiktherapie eine Zunahme an positivem Affekt und eine Reduktion von Angst erfolgen.

Musiktherapeutische Abläufe und Inhalte referierte Susanne Metzner (Magdeburg) in ihrer Keynote. Überzeugend und mitreißend berichtet sie von ihrer Arbeit in der musikimaginativen Schmerztherapie. An chronischen Schmerzen leidende Patienten erfahren hierbei die Möglichkeit, ihrem Schmerz musikalischen Ausdruck zu verleihen. Sie entwickeln mithilfe des Therapeuten eine "Schmerz-Komposition". Später versucht man dann Klänge zu finden, die mit Linderung und Schmerzfreiheit assoziiert werden. In der Regel berichten Patienten anschließend von einer Veränderung der Schmerzqualität und in einigen Fällen sogar von Schmerzlinderung. Aus dieser Form der Synchronisation von Musik- und Schmerzerleben spricht ein Phänomen, das sich nicht durch die üblichen Transfereffekte erklären lässt oder erklärt werden muss. Mensch und Musik wirken hier unmittelbar und elementar zusammen.

Zunehmend drängte sich jedoch eine Frage auf: Wie kann Musik einerseits zum Wohlbefinden und zur Gesundheit beitragen und andererseits bei professionellen Musikern zu erheblichen Beschwerden und Erkrankungen führen? Hier zeigt sich ein Mangel an etablierter, gesunder musikalischer Praxis von Berufsmusikern. Die einseitige und spezielle Belastung durch das Musizieren erfordert, ebenso wie bei Sportlern, gewisse Rahmenbedingungen: Aufwärmen, ausgleichendes Training und Entspannung/Ruhephasen. Eine Aufgabe der Zukunft liegt wohl darin, diesbezügliche Ideen (z. B. Physioyoga, dargestellt im Posterbeitrag von Monika A. Pohl) und ähnliche Ansätze auszubauen und zu professionalisieren. Musiklehrer scheinen dahingehend bereits eine alltagstaugliche Taktik gefunden zu haben - ihr Umgang mit Musik wirkt sich zumindest im Vergleich zu anderen Lehrern positiv auf ihren gesundheitlichen Zustand aus ("Musiklehrer sind vermutlich resilienter gegen Burnout als Lehrer anderer Fächer", so Andreas C. Lehmann & Marcus Hullin aus Würzburg in ihrem Beitrag).

Eine Erweiterung der von Peter Sedlmeier eingeleiteten Methoden-Workshops gab es in diesem Jahr von Reinhard Kopiez & Friedrich Platz (Hannover). Sie demonstrierten die Bedeutung von Effektstärken und Power-Analysen für die Interpretation statistisch signifikanter Ergebnisse und zeigten dies am Beispiel einer Meta-Analyse. Diese aufwendige Analyse von 15 Studien zum Thema "Die visuelle Koomponente in audio-visueller musikalischer Performanz" verdeutlichte den Nutzen der resultierenden Kennzahl (Cohen's d) als Hilfe für die Stichprobenberechnung in zukünftigen Studien: mithilfe der ermittelten Effektstärke kann zukünftig der Einfluss der visuellen Komponente auf die Musikbewertung genauer berücksichtigt werden. Abschließend lautete ein Appell an die Forschungsgemeinschaft, statistische Kennwerte nicht nur zu berechnen, sondern auch in entsprechenden Artikeln vollständig anzugeben. Somit sichert man nicht nur die Transparenz, sondern ermöglicht erst die Durchführung derartiger Meta-Analysen und die nachhaltige Nutzung der eigenen Arbeiten für andere Wissenschaftler.

In der Reihe der freien Beiträge sorgte das Thema "Offenohrigkeit" auch in diesem Jahr für große Diskussionen. Eine theoretische Erweiterung und modifizierte Form der Operationalisierung und Messung wurden von Katrin Drazek-Kappus und Christoph Louven (Osnabrück) vorgestellt. Mittels einer computergestützten Befragung sollte die Länge der Hördauer als Indikator für Offenohrigkeit erfasst werden. Inwiefern der daraus ermittelbare Index zur Aufklärung des Effekts der Offenohrigkeit und deren Abnahme in der Grundschule beitragen kann, wird noch zu prüfen sein.

Zu den Höhepunkten dieser Tagung zählte sicherlich der Vortrag von Johannes Hasselhorn (Hannover Music Lab) zum Zusammenhang zwischen populärer Musik, Emotion und autobiografischer Erinnerung. Die Stimmung der älteren Studienteilnehmer, die mittels Musik an ihre "Blütezeit" (15-24 Jahre) erinnert wurden, übertrug sich förmlich auf die Zuhörenden. Offensichtlich wurden Erinnerungen an die Musik der eigenen Jugend und damit verbundene Erlebnisse geweckt. Schaut man sich die bei der Studie entstandenen Fotos und Gesichter an- so sieht man ein gutes Alltagsbeispiel für durch Musik ausgelöstes Wohlbefinden.

Bericht: Caroline Cohrdes

2010 | 26. Jahrestagung | "Kreativität - Struktur und Emotion" | Würzburg

Organisation: Prof. Dr. Andreas C. Lehmann, Prof. Dr. Ariane Jeßulat und Prof. Dr. Christoph Wünsch

Datum und Ort: 07.-10. Oktober 2010, Hochschule für Musik Würzburg

Unter dem Titel „Kreativität – Struktur und Emotion“ trafen sich vom 7.-10. Oktober über 200 Musikpsychologen und Musiktheoretiker aus mehreren europäischen Ländern an der Hochschule für Musik Würzburg zu einem wissenschaftlichen Austausch über die Fächergrenzen hinweg.

Es wurden knapp 80 Referate und Poster präsentiert. Zur Eröffnung standen Gastvorträge zu Themen wie dem Verhältnis von Musikpsychologie und Musiktheorie (Prof. Dr. Auhagen, Uni Halle), der Musikinformatik (Prof. Georg Hajdu, Musikhochschule Hamburg), zum Problem der Wiederholung (Prof. Dr. Andreas Haug, Uni Würzburg), Kreativität und Ökonomie (Prof. Dr. Janz, Uni Hamburg) und der Entwicklung von Sprache und Musik aus dem Säuglingsschrei (Prof. Dr. Kathleen Wermke, Uni Würzburg) auf dem Programm. Außerdem war der international bekannte englische Musiktheoretiker Nicholas Cook aus Cambridge eingeladen worden.

Künstlerisches Rahmenprogramm für die zahlreichen Besucher waren zwei Abendkonzerte, eines davon ein Klavierabend und eines ein Konzert mit Werken der zeitgenössischen Komponisten Johannes Schöllhorn und Claus-Steffen Mahnkopf. Beide hatten zuvor eine umfangreiche Einführung in ihr Werk und ihre Arbeitsweise gegeben. Die Konzerte wurden unter Beteiligung von Studierenden der Hochschule gespielt. Ganz nebenbei markierte der Kongress das 10jährige Bestehen der Gesellschaft für Musiktheorie, die zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie Gastgeber des Kongresses war.

2009 | 25. Jahrestagung | "Musikpsychologie und Populäre Musik" | Kassel

Organisation:

Datum und Ort: 11.-13. September 2009, Universität Kassel

Die 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie in Kassel hatte sich in diesem Jahr ganz der "Populären Musik" verschrieben. Die aufgeweckte Stadt an der Fulda mit ihrer noch relativ jungen Universität bot dafür eine passende und angenehme Atmosphäre. Die Populäre Musik war ein Thema, wie es im Anschluss an die Forderungen der vergangenen Tagung in Hannover kaum hätte besser gewählt sein können, denn dort plädierten einige - vor allem auch die Gründungmitglieder der DGM - für eine stärkere Öffnung der Musikwissenschaft hin zur Musikpsychologie oder der Popmusikforschung sowie für eine stärkere Alltagsorientierung im wissenschaftlichen Arbeiten. Diese Erwartungen wurden in Kassel mehr als erfüllt.

So untersuchte der eingeladene Gastredner Hans-Otto Hügel (Hildesheim) gleich zu Beginn die Multifunktionalität populärer Texte und stellte fest, dass deren Unterhaltungsfunktion so vielfältig ist wie die unzähligen verschiedenen Lebenssituationen der Hörer. Popmusik-Texte sind ein Medium, in dem sich das tägliche Leben spiegelt - wenngleich manchmal sehr metaphorisch oder romantisch verklärt, und ihr Wert geht weit über bloße "Unterhaltsamkeit" hinaus. Der zweite Keynote Redner, Ralf von Appen (Giessen), analysierte die populäre Musik als nützliche und vielversprechende Schnittmenge von Musikpsychologie und Popmusikforschung. Beide Disziplinen sollten sich nicht länger isoliert voneinander entwickeln, sondern sich auf ihre gemeinsamen Grundfragen besinnen: Was macht der Mensch mit Musik? Wie geht er mit ihr um? Warum tut er das auf diese oder jene Weise und welche Wirkungen ergeben sich daraus? Mit Hilfe der populären Musik lassen sich diese Fragen sowohl im Hinblick auf allgemeine psychologische Gesetzmäßigkeiten als auch im Hinblick auf die Erforschung des sozialen und kulturellen Wesens Mensch untersuchen.

Diesen beiden Beispielen folgend ließ die Tagung damit einen deutlichen Trend erkennen: die Aufgabe von dogmatischen, wertenden und voreingenommenen Herangehensweisen einerseits sowie die Orientierung des Wissenschaftlichen an der Lebensrealität der Menschen andererseits. Dass die Popmusik das geeignete Medium, ja geradezu ein Sinnbild für diese Trendwende sein kann, zeigte sich in der großen thematischen wie methodischen Vielfalt der Vorträge und Poster zum Thema. Von Musikproduktion über Struktur und Innovation bis zu Rezeption gaben sie das breite Spektrum der deutschen Musikpsychologie wieder. Der Mensch in seinem Verhältnis zur Musik war dabei das zentrale Element bei Themen wie dem Verschwinden der Offenohrigkeit im Grundschulalter, den Einflussgrößen auf die Bewertung von Musik bei Jugendlichen oder der Rolle von Musik im Alter und bei Alzheimerdemenz. Auffällig war eine starke Orientierung vieler Beiträge an den emotionalen Aspekten des Musikhörens und Musikmachens. Diese Akzentuierung schließt nicht nur an die endlich stärker werdende Berücksichtigung von Emotionen in der Psychologie an, sondern ist ein weiteres Beispiel für die Untersuchung des alltäglichen Umgangs von Menschen mit Musik.
Der immer stärker werdende Drang zur interdisziplinären Vernetzung und der Wille voneinander zu lernen, fand auch Ausdruck im Workshop von Peter Sedlmeier (Chemnitz), der die Zuhörer mit der aktuellen Diskussion und methodischen Alternativen zum "Signifikanztest-Ritual" fesseln konnte. Nicht wenige spätere Redner haben in ihren Vorträgen auf den gelungenen Workshop Bezug genommen und sich ein wenig über ihre Signifikanztests und p-Werte amüsiert. Nicht zuletzt war auch diese Tagung wieder geprägt vom Nachrücken junger Forscherinnen und Forscher, die mit neuen Ideen und oft innovativen Methoden der Musikpsychologie ein ganz eigenes Gesicht geben.
Die Wahlen der Mitgliederversammlung brachten ein neues Vorstandsteam (Vorsitzende Profes. Dres. A. C. Lehmann und V. Busch, Schriftführerin Dr. F. Olbertz, Schatzmeister Dr. M. Oehler, Beisitzer Prof. Dr. C. Reuter). Es wurden auch einige Mitglieder (u.a. Gembris, Rötter, Höge, Kloppenburg, Behne) für ihre 25jährige Mitgliedschaft geehrt. Desweiteren wurde auf die nächste Tagung hingewiesen, die in Kooperation mit der Gesellschaft für Musiktheorie vom 7.-10. Oktober (!) 2010 in Würzburg stattfinden wird.
So hat die diesjährige Tagung hoffentlich den Weg bereitet für eine Musikpsychologie, die die normativen Grenzen zwischen Musik verschiedener Herkunft, Machart und Hörerschaft überwindet und den "musikalischen Menschen" in den Mittelpunkt stellt. Mit den Worten von Franz Josef Wetz (2004, S. 307): "Den existenziellen Ernst der populären Musik, den populistische Begriffe wie Spaß, Vergnügen und Genuss nur unzureichend erfassen, versteht darum noch am ehesten, wer begriffen hat: Auch leichte Musik gehört zu den ‚Notrationen' der Menschen auf ihrem mitunter holprigen Lebensweg." Literatur: Wetz, F. J. (2004). Die Magie der Musik. Stuttgart: Klett-Cotta.

Bericht: Thomas Schäfer

2008 | 24. Jahrestagung | "Musikpsychologie im Kontext" | Hannover

Organisation:

Datum und Ort: 12.-14. September 2008, Hochschule für Musik und Theater

"Musikpsychologie im Kontext" - Tagung zum 25. Gründungsjubiläum der DGM in Hannover Vom 12.-14. September 2008 spürten 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie e.V. (DGM) den vielfältigen interdisziplinären Verbindungen des Fachs und den damaligen Visionen ihrer drei Gründer Klaus-Ernst Behne, Helga de la Motte-Haber und Günter Kleinen nach. Der Ort der Tagung war bedeutungsträchtig, denn die Gesellschaft hatte hier 1983 ihren Anfang genommen hatte. Die Keynotes (eingeladene Gastvorträge) zum Tagungsthema "Musikpsychologie im Kontext" gaben Einblicke in traditionelle fachspezifische und neue Schwerpunkte der systematischen Musikwissenschaft sowie Ausblicke auf Möglichkeiten der fachlichen Vernetzung und Interdisziplinarität. 14 weitere Vorträge sowie 30 angemeldete Posterbeiträge ergänzten das Bild einer überaus aktiven und international vernetzten deutschen Musikpsychologie.

Die mit 25 Jahren vergleichsweise junge Gesellschaft für Musikpsychologie hatte allen Grund zum Feiern: Die Vereinigung von systematischen Musikwissenschaftlern, Musikpädagogen, Psychologen und Medizinern ist seit ihrer Gründung in der deutschen Forschungslandschaft bekannt und hat seit einigen Jahren den Anschluss an die internationale Forschung gefunden. In einem Grußwort wies der Präsident der Gesellschaft für Musikforschung (GfM), Detlef Altenburg, auf die wachsende Bedeutung von Teildisziplinen wie der Musikpsychologie, Musiksoziologie, Musikethnologie und Popmusikforschung neben der historischen Musikwissenschaft hin. Er forderte unter großer Zustimmung der Anwesenden zu weiteren interdisziplinären Kooperationen auf.

Klaus-Ernst Behne, ebenfalls Gründungsmitglied der Gesellschaft und ehemaliger Präsident der Musikhochschule Hannover, ließ in seiner Ansprache während des Festakts im Hörsaal der Hochschule die damalige Gründungssituation noch einmal Revue passieren. Behne plädierte für eine Neuorientierung der Musikwissenschaft als Kulturwissenschaft. Sie müsse stärker eine "Ästhetik von unten", d.h. die Alltagskultur der Menschen, in den Blick nehmen. Warnend bemerkte Behne den Abbau von Hochschulstellen im Bereich der Musikwissenschaft.

Künstlerisch wurde der Festakt von Inna Klause am Akkordeon gestaltet. Ihr gelang es u. a. mit ihrer Zolotarev-Interpretation eine fast atemlose Spannung im Saal zu erzeugen.

Im Rahmen des Festakts wurde auch eine Festschrift zum Jubiläum vorgestellt, die in der Publikationsreihe des Instituts für Musikpädagogische Forschung erschienen ist (im Auftrag der DGM herausgegeben von Andreas C. Lehmann & Reinhard Kopiez).

Im weiteren Verlauf der Tagung war den drei Gründern Freude und Erleichterung anzumerken, denn die Öffnung der systematischen Musikwissenschaft hin zu anderen Bezugswissenschaften sowie die engagierte Diskussion nach den nationalen und internationalen Fachvorträgen entsprachen ganz ihren ursprünglichen Visionen. Die Vorträge und Poster, in denen aktuelle Forschung vorgestellt wurde, die die gesamte Bandbreite der Musikpsychologie mit ihren Bezugsdisziplinen Kulturwissenschaft, Pädagogik, Medizin und Lebenswissenschaften sowie dem Kernbereich der Musikwissenschaft abdeckte, wurden mit großem Interesse und angeregten Diskussionen aufgenommen.

Bericht: Markus Büring

2007 | 23. Jahrestagung | "Musik und Identität" | Gießen

Organisation: Prof. Dr. Claudia Bullerjahn und PD Dr. Richard von Georgi

Datum und Ort: 14.-16. September 2007, Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Justus-Liebig-Universität

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2006 | 22. Jahrestagung | "Musik und Emotion" | Freiburg

Organisation: Prof. Dr. Veronika Busch

Datum und Ort: 15.-17. September 2006, Institut für Musikermedizin der Hochschule für Musik

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2005 | 21. Jahrestagung | "Musik und Gedächtnis" | Würzburg

Organisation: Prof. Dr. Andreas Lehmann

Datum und Ort: 9.-11. September 2005, Hochschule für Musik

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2004 | 20. Jahrestagung | "Musikalisches Lernen in der Schule und anderswo" | Paderborn

Organisation:

Datum und Ort: 03.-05. September 2004, Tagungshaus Liborianum

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2003 | 19. Jahrestagung DGM & 5. ESCOM Konferenz | "Exp[ear]ience! Music in Science" | Hannover

Organisation: Prof. Dr. Reinhard Kopiez & Prof. Dr. Andreas Lehmann

Datum und Ort: 08.-13. September 2003, Hochschule für Musik, Theater und Medien

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2002 | 18. Jahrestagung | "Stimme und Singen – Psychologische Aspekte" | Madgeburg

Organisation:

Datum und Ort: 27.-29. September 2002, Studiengang Musiktherapie der Fachhochschule Magdeburg

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2001 | 17. Jahrestagung | "Musik im Alltag – Sozialpsychologie der Musik" | Hildesheim

Organisation:

Datum und Ort: 21.-23. September 2001, Institut für Musik und Musikwissenschaft der Universität Hildesheim

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2000 | 16. Jahrestagung | "Musikalische Begabung und Expertise" | Freiburg

Organisation:

Datum und Ort: 21.-23. September 2000, Musikhochschule Freiburg

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1999 | 15. Jahrestagung | "Musikalische Wahrnehmung und ihr Kontext" | Karlsruhe

Organisation:

Datum und Ort: 17.-19. September 1999, Musikhochschule Karlsruhe

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1998 | 14. Jahrestagung | "Thema" | Dortmund

Organisation:

Datum und Ort: 04.-06. September 1998, Universität Dortmund

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1997 | 13. Jahrestagung | "Musikpsychologie – Musikwissenschaft – Musikpädagogik" | Rostock

Organisation:

Datum und Ort:

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1996 | 12. Jahrestagung | "Musikrezeption am Ende des Jahrhunderts" | Freiburg

Organisation:

Datum und Ort:

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1995 | 11. Jahrestagung | "Ausdruck in der Musik" | Bremen

Organisation:

Datum und Ort:

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1994 | 10. Jahrestagung | "Musikpsychologie zwischen Emotion und Kognition" | Hannover

Organisation:

Datum und Ort:

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1993 | 09. Jahrestagung | "Musikalische Entwicklung in der Lebenszeitperspektive" | Münster

Organisation:

Datum und Ort:

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1992 | 08. Jahrestagung | "Musik als Medium - Musik im Medium" | Karlsruhe

Organisation:

Datum und Ort:

Derzeit keine weiteren Informationen verfügbar.

1991 | 07. Jahrestagung | "Musikalische Einfühlung und Kreativität" | Bremen

Organisation:

Datum und Ort:

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1990 | 06. Jahrestagung | "Kulturelle Entwicklung und musikalisches Bewußtsein" | Schwäbisch Gmünd

Organisation:

Datum und Ort:

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1989 | 05. Jahrestagung | "Wirkungen von Musik" | Klingenmünster/Pfalz

Organisation:

Datum und Ort:

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1988 | 04. Jahrestagung | "Zeitwahrnehmung und musikalischer Rhythmus" | Hannover

Organisation:

Datum und Ort:

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1987 | 03. Jahrestagung | "Kognitive Strukturen und ästhetisches Erleben" | Hamburg

Organisation:

Datum und Ort:

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1986 | 02. Jahrestagung | "Laufende Forschungen, Standortbestimmung der Musikpsychologie" | München

Organisation:

Datum und Ort:

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1985 | 01. Jahrestagung | "Lebenswelt Musik" | Hannover

Organisation:

Datum und Ort:

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